Einleitung

Auf den nachfolgenden Seiten können Sie sich darüber informieren, wann Betreuung für einen Menschen in Frage kommt, wie sie einzuleiten ist, wie sie geführt und beendet wird.

 

Beginn der Betreuung

 

Wenn eine Person aufgrund von Krankheit nicht mehr in der Lage ist, ihre eigenen Angelegenheiten zu besorgen, kommt Betreuung in Betracht.

Bei der Person kann es sich um einen Nachbarn, einen Verwandten oder eine Ihnen sonst bekannte Person handeln. Voraussetzung für die Betreuung ist, dass eine (auch psychische) Krankheit vorliegt, durch die der Betroffene nicht mehr in der Lage ist, sich um sich selbst bzw. seine Angelegenheiten richtig zu kümmern.

In einem solchen Fall  können Sie das Landratsamt (Betreuungsstelle) informieren. Dieses wird dann das Betreuungsverfahren einleiten, wenn es davon ausgeht, dass die oben dargestellten Voraussetzungen vorliegen und schlägt, wenn kein Verwandter zur Verfügung steht, einen Berufsbetreuer vor.

Der Betreffende wird dann von einem Sachverständigen begutachtet, der feststellt, ob die Voraussetzungen einer Betreuung vorliegen und anregt, welche Aufgabenkreise vom Betreuer für den Betreuten wahrgenommen werden sollen.

Danach entscheidet, das Betreuungsgericht nach Anhörung des Betroffenen, ob die Betreuung angeordnet wird, wobei es vielfach der Anregung im Sachverständigengutachten folgt.

 

Führung der Betreuung

Der Betreuer führt die Geschäfte des Betreuten in den angeordneten Aufgabenkreisen. Mögliche Aufgabenkreise sind:

  • Gesundheitssorge
  • Entgegennehmen und Öffnen der Post
  • Schriftverkehr mit Behörden
  • Vermögenssorge (Regelung der Finanzen)

 

Der Betreute wird durch die Anordnung der Betreuung nicht geschäftsunfähig. Ob ein Betreuter geschäftsunfähig ist oder nicht, beurteilt ein Sachverständiger. Falls der Sachverständige zur Auffassung gelangt, der Betreute ist geschäftsunfähig, kann er wirksam Geschäfte nur noch mit Genehmigung seines Betreuers tätigen.

Hat der Betreuer als Aufgabenkreis die Vermögenssorge und bemerkt er, dass der Betreute nicht mehr in der Lage ist die Bedeutung, seiner finanziellen Verfügungen zu erfassen (z. B. hebt der Betreute Bargeld ab und weiß dann nicht mehr, wo er es zu Hause abgelegt hat), kann er bei Gericht einen Einwilligungsvorbehalt beantragen.
 
Ordnet das Gericht nach Prüfung der Sachlage den Einwilligungsvorbehalt an, übernimmt der Betreuer die Verwaltung des Einkommens und Vermögens zum Wohle des Betroffenen komplett.

Der Betreuer hat dem Gericht jährlich Rechenschaft über die Durchführung seiner Betreuung abzulegen.

 

Beendigung der Betreuung

Die Betreuung wird beendet, wenn der Betreute dies will und die Voraussetzungen der Betreuung nicht mehr vorliegen oder aber der Betreute nicht betreubar ist.

Ob die Voraussetzungen einer Betreuung noch vorliegen, wird ohne einen Antrag der Betroffenen oder Verwandten in regelmäßigen Abständen vom Gericht von selbst überprüft.

 

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