Eine Mediation beginnt in der Regel damit, dass sich Konfliktbetroffene bei einem Mediator unverbindlich über dieses Verfahren informieren. Sind sich die Parteien anschließend darüber einig, dass sie eine Mediation möchten, kann in das eigentliche Verfahren eingestiegen werden.

Zunächst schließen die Konfliktparteien und der Mediator das sog. Arbeitsbündnis. Das ist ein Vertrag über Beauftragung des Mediators (Inhalt ist u.a. das Honorar, die Schweigepflicht, Gesprächsregeln, die Freiwilligkeit des Verfahrens und dessen Beendigungsmöglichkeiten). Dann werden die Themen ermittelt, also die Punkte, welche die Parteien in der Mediation regeln möchten (z.B. Finanzierung der Haushalte, Übertragung von Grundstücken/Haus oder von Gesellschaftsanteilen u.v.m.). Sodann wird der Sachverhalt im Einzelnen besprochen (Bestandsaufnahme des Vermögens, Lebenssituation der Beteiligten etc.). Nun legen die Parteien ihre gegenseitigen Forderungen dar. Diese werden als Positionen notiert. Eine juristische/gerichtliche Auseinandersetzung würde sich auf diese Ebene beschränken.

Das Kernstück der Mediation besteht darin, die hinter diesen Positionen stehenden Interessen und Bedürfnisse der einzelnen Parteien herauszuarbeiten. Am besten kann man diesen Vorgang anhand des „Orangenbeispiels“ verdeutlichen:

Zwei Schwestern streiten sich um eine Orange. Jede will sie haben. Position: „Ich will die Orange haben.“ Ein möglicher Schiedsspruch könnte nun lauten, die Orange in der Hälfte durchzuschneiden. Die Interessenklärung bringt zu Tage, dass Schwester 1 die Orange möchte, weil sie den Saft trinken will und Schwester 2 die Orange will, weil sie die Schale zum Kuchenbacken benötigt. Lösung: Schwester 1 presst die Orange aus und verwendet den Saft, Schwester 2 bekommt die Schale für den Kuchen (Win-Win-Lösung).

 

Dieses Beispiel zeigt eindrucksvoll, dass sich Positionen und Interessen sehr voneinander unterscheiden können. Die Praxis zeigt immer wieder, dass dadurch Lösungen möglich werden, die sich die Beteiligten vorher nicht vorstellen konnten.

Auf Grundlage der ermittelten Bedürfnisse werden nun verschiedene Lösungsmöglichkeiten (Optionen) gesammelt. Spätestens jetzt können sich die Parteien, soweit notwendig, von außenstehenden Anwälten noch rechtlich beraten lassen.     

Üblicherweise endet die Mediation mit einer Vereinbarung der Parteien. Je nach Wunsch kann diese rechtsverbindlich ausgearbeitet werden. Zur Rechtsverbindlichkeit bedarf es je nach Inhalt der Vereinbarung (z.B. bei Übertragung von Grundbesitz) manchmal einer notariellen Beurkundung.  Durch unsere direkte Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Notar ist sichergestellt, dass der individuelle Charakter der Vereinbarung erhalten bleibt.

Natürlich kann die Mediation jederzeit durch die Parteien beendet werden, da sie auf dem Prinzip der absoluten Freiwilligkeit basiert. In diesem Fall rechnen wir natürlich nur die Kosten ab, die auch bisher tatsächlich entstanden sind.

 

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